Fuehrende Tierschutzorganisationen Deutschlands fordern Tierschutzwende von zukuenftiger Regierung / Kein Koalitionsvertrag ohne Tierschutz!

Bisher rund 190 Wolfsrisse bei Nutztieren im Nordosten

In Mecklenburg-Vorpommern sind dieses Jahr nach Ministeriumsangaben bisher knapp 190 Schafe, Rinder, Damhirsche in Gehegen und andere Nutztiere wohl von Wölfen getötet oder schwer verletzt worden. Wie aus einer aktuellen Statistik des Umweltressorts hervorgeht, wurden 2021 bislang 46 Attacken aufgenommen, bei denen Wölfe als Angreifer nachgewiesen wurden oder nicht ausgeschlossen werden konnten.


Das ist der zweithöchste Wert seit dem Jahr 2007, als mit der Erfassung begonnen wurde, wie eine Sprecherin des Schweriner Agrarministeriums am Mittwoch sagte. 2020 hatte es mit 102 Attacken den bisherigen Höchstwert gegeben. 2019 waren es 42 Nutztierangriffe, davor waren es 23 im Jahr 2018 und 28 im Jahr 2017. Seit 2007 gab es 294 Rissvorfälle mit 1200 getöteten und verletzten Nutztieren.


Mit je 14 und 12 Wolfsattacken ereigneten sich mehr als die Hälfte der Vorfälle in den Kreisen Vorpommern-Greifswald und Ludwigslust-Parchim. Zweimal wurden mit genetischen Methoden Wölfe nachgewiesen, die trotz Schutzzauns mehrfach Herden in Westmecklenburg und an der Mecklenburgischen Seenplatte angefallen hatten. 


So hat Wolf GW 1532m viermal in Westmecklenburg Herden trotz eines Zaun-Grundschutzes angefallen und insgesamt 33 Tiere getötet und verletzt. Ein Grundschutz sei ausreichend, um Entschädigung zu bekommen, hieß es. Für eine «Entnahme» des Wolfes reiche das aber nicht. Dazu müsse der Herdenschutz vorher noch verstärkt werden. Das könne ein höherer Elektrozaun oder die Anschaffung von Herdenschutzhunden sein. Bisher gebe es keine auf diesen Weise begründete Tötung eines Wolfes im Nordosten.


Wegen der Probleme mit der Weidetierhaltung fordern Landwirte und Politiker immer wieder, den EU-weit streng geschützten Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen und die weitere Ausbreitung zu begrenzen. Das soll auch an diesem Freitag bei der Umweltministerkonferenz in Schwerin beraten werden. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Umweltministerium mit Stand September 15 Wolfsrudel, sechs solche Raubtier-Paare sowie mehrere Einzeltiere. Aus Polen und Brandenburg kommen immer wieder durchziehende Einzeltiere. 

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